Sekunde

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2015, Projekt Hafenweg 22, Foto auf MDF-Platte

„Wenn sich da, o Mönch, ein Felsblock befände aus einer einzigen Masse, eine Meile lang, eine Meile breit, eine Meile hoch, ungebrochen, ungespalten, unzerklüftet, und es möchte alle hundert Jahre ein Mann kommen und denselben mit einem seidenen Tüchlein einmal reiben, so würde wahrlich, o Mönch, der aus einer einzigen Masse bestehende Felsblock eher abgetragen sein und verschwinden als eine Welt. Das, o Mönch, ist die Dauer einer Welt. Solcher Welten nun, o Mönch, sind viele dahingeschwunden, viele hunderte, viele tausende, viele hunderttausende. Wie aber ist das möglich? Unfaßbar, o Mönch, ist diese Daseinsrunde (samsra), unerkennbar der Beginn der Wesen, die im Wahne versunken und von dem Begehren gefesselt die Geburten durchwandern, die Geburten durcheilen.“ **

** Kalpa (Mythologie) Herausgeber: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie

In Buddhismus wird das Stein oft als eine Metapher von einen sehr langen Zeitabschnitt verwendet. In einem Stein ist die Zeit, die das Stein braucht, um zu entstehen und zu vergehen, gespeichert. Im Vergleich zu unserem Leben ist die Zeit des Steins sehr langsam und scheint fast gefroren zu sein.

Wir, Suna Kim und Ille präsentieren vier großformatige Fotoarbeiten im Treppenhaus: auf jeder Etage wird ein großes Steinbild dargestellt. Diese Natursteine sind zum Teil auf die Straße gefunden und zum Teil gekauft. Die Original Steine sind max. 20 x 30cm groß, die sind aber mehr als hundert mal vergrößert.

Mit dem Titel ‚SEKUNDE’ haben wir versucht, die Arbeit mit dem Begriff ‚Zeit’ zu verbinden und dass der Betrachter einen winzigen Moment dieser Ewigkeit erfährt und diesen Moment, in dem man sich befindet, anders wahrnimmt.

Suna Kim + Ille, 2015